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Wie Bild berichtet, zieht ein grün schimmernder Vorhang durch die Strömungen des Kleinen Belts in Dänemark. Was auf den ersten Blick idyllisch wirken mag, entpuppt sich als ökologisches Drama: Braunalgen breiten sich über die Ostsee aus und ersticken das Leben am Meeresboden.
Dicke Algenteppiche blockieren das Sonnenlicht, das eigentlich bis zum Meeresboden gelangen sollte.
Unter der schlammigen Schicht aus Fadenalgen bleibt nichts als toter Sand - keine Fische, keine Algen, kein Leben.
Laut Bild sind die Ursachen für unkontrolliertes Algenwachstum vom Menschen verursacht. Insbesondere die globale Erwärmung und die hohe Nährstoffbelastung in der Ostsee begünstigen Algenblüten.
Auch in der Nähe von Warnemünde wurde im Spätwinter und Frühjahr ein vermehrtes Anschwemmen von Algenbiomasse am Strand beobachtet. Fadenförmige Braunalgen lösen sich bei Stürmen von harten Untergründen wie Felsen und Korallen und treiben dann unkontrolliert im Wasser.
Ein entscheidender Faktor ist die Nährstoffversorgung aus der Landwirtschaft.
Jedes Jahr gelangen mit dem Regenwasser riesige Mengen an Düngemitteln über Flüsse ins Meer. Die dort vorkommenden Nährstoffe wirken als Turbonahrung für Algen und bilden in den Sommermonaten riesige, stinkende Teppiche, die dem Wasser den Sauerstoff entziehen.
Wie „Bild“ berichtet, sind die Folgen bereits deutlich sichtbar.
Im Limfjord, einem Meeresarm im Norden Dänemarks, gibt es kilometerlange tote Gebiete. Die Erde ist mit schwarzer, verrotteter Biomasse bedeckt - ein klares Zeichen für den Zusammenbruch des Ökosystems.
Medienberichten zufolge reagierte die dänische Regierung mit der Ankündigung verschärfter Vorschriften für Düngemittel.
Experten warnen jedoch, dass es mehr als nur Regulierung brauche: Geduld und umfassendere Schutzmaßnahmen seien gefragt. Die Ostsee, einst reich an Fischbeständen und Pflanzenvielfalt, droht sonst in einem Algenmeer zu ersticken - ein stiller, aber unaufhaltsamer Tod unter der Wasseroberfläche.