Wie kam es zum VW-Abgasskandal? – Zusammenfassung der Ereignisse
Der VW-Abgasskandal begann in den USA. Durch Zufall stellten Wissenschaftler der West Virginia University fest, dass die bei den Tests gemessenen Stickoxidwerte um ein Vielfaches höher waren als die von VW gemeldeten.
Bei den getesteten Fahrzeugen handelte es sich umJetta und Passat.
Beide wurden mit Dieselöl betrieben und verfügten über einen Motor des Typs EA 189. Informationen hierzu wurden auch dem Unternehmen vorgelegt, das zunächst nicht reagierte. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Hinweise auf Betrug.
Kurz darauf wurden dieCalifornia Air Pollution Control Agency Carb unddie U.S.
Environmental Protection Agency (EPA) über die Unregelmäßigkeiten informiert und kontaktierten das Unternehmen. Volkswagen behauptete daraufhin, dass die Software der Fahrzeuge fehlerhaft sei, was die Unstimmigkeiten erklärte.
Als Lösung des Problems ordnete Volkswagen einenRückruf von rund einer halben Million Autos an, umdie angeblich fehlerhafte Software zu aktualisieren.
Nachfolgende Carb-Tests zeigten jedoch keine signifikante Verbesserung der Emissionswerte.

Der Treibhausgas-Emissionsskandal von VW spitzte sich langsam zu.
Als Reaktion darauf drohten die Behörden Volkswagen, die Zulassung für 2016er-Modelle nicht zu erteilen, wenn das Unternehmen die Abweichungen zwischen den vom Konzern gemeldeten und den tatsächlich gemessenen Werten nicht hinreichend darlegen würde.
Am 3.
September 2015 gab das Unternehmen im Beisein der US-Behörden zu, dass die Software von Dieselfahrzeugen so manipuliert wurde, dass der Test bessere Emissionswerte erzielte als im Alltagsgebrauch auf der Straße.
Rund zwei Wochen später brachte die EPA den Betrug an die Öffentlichkeit: Der VW-Abgasskandal erlangte Schlagzeilen, wurde überall in den Medien thematisiert und sorgte weltweit für Schlagzeilen.
Interessant: Fahrzeuge mit Dieselantrieb gelten in den USA als besonders schmutzig.
Forscher der West Virginia University wollten mit ihrer Studie mit diesem Vorurteil aufräumen. Stattdessen lösten sie den VW-Abgasskandal aus, der bis heute in aller Munde ist.
Hintergrund des Abgasskandals: Wie hat Volkswagen geschummelt?
Der Treibhausgas-Emissionsskandal von VW,von dem weltweit rund elf Millionen Dieselfahrzeuge betroffen sind, entstand, weil der Autohersteller über eine sogenannte Abschaltvorrichtung – Auf Englisch klingelte „Beat the Device“ und baute es in ihre Autos ein.
Dies ist die Software, die das Abgaskontrollsystem steuert.
Dies wird registriert, wenn das Auto auf dem Prüfstand ist. Ob gerade ein Test durchgeführt wird, erkennt das System daran, dass sich das Auto trotz höherer Geschwindigkeit nicht vorwärtsbewegt. Auch fehlende Lenkbewegungen deuten darauf hin, dass auf dem Rollenprüfstand getestet wird.
Während des Testlaufs schaltet die Software das Fahrzeug dann in den „sauberen“ Modus und stößt weniger Abgase - insbesondere Stickoxide - aus.
von. Bei normaler Straßenfahrt schaltet das Auto zurück und die Emissionen werden nicht mehr kontrolliert. Hier erhöhen sich die Werte um ein Vielfaches – manchmal sogar dreißig bis vierzig Mal. Die Entdeckung dieser Unterschiede legte den Grundstein für den Nachweis des VW-Treibhausgas-Emissionsskandals.
Gemäß der Europäischen Verordnung (EG) Nr.
715/2007 ist der Einsatz von Abgasreinigungsgeräten in Autos grundsätzlich inakzeptabel.
Ursachen des VW-Treibhausgas-Emissionsskandals VW
Aber warum tut ein so beliebtes, erfolgreiches und seriöses Unternehmen wie Volkswagen auf solche Betrügereien zurückgreifen?
Zunächst dürften finanzielle Erwägungen eine Rolle gespielt haben. Der damalige Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn wollte Volkswagen zum Weltmarktführer machen. Ein wichtiger Schritt bestand darin, größeren Erfolg auf dem amerikanischen Markt zu erzielen.
Allerdings gelten hier für Diesel-Pkwstrengere Abgasnormen als beispielsweise in Deutschland.
Zur Einhaltung der Normen waren Modifikationen nötig.Die Entwicklung eines neuen Motors wäre für Volkswagen zu teuer gewesen, hätte die Verkaufspreise drastisch erhöht und sich somit negativ auf den Absatz ausgewirkt.
Es musste also eine günstige Lösung gefunden werden.Daher wurde beschlossen, Betrugssoftware einzusetzen – "Fehlergerät" – verwenden, obwohl es verboten ist.
Ob und welche Mitglieder des Managements von dieser Entscheidung wussten, muss im Zuge der Ermittlungen zum VW-Abgasskandal noch geklärt werden. Winterkorn behauptet, er habe nichts davon gewusst.
VW-Treibhausgas-Emissionsskandal – Auswirkungen
Die Auswirkungen von Dieselgate können noch nicht eindeutig quantifiziert werden. Dabei ist zu beachten, dass der Konzern mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen muss und einen gravierenden Imageverlust erleidet.
Der damalige Vorstandsvorsitzende Winterkorn trat zurück, als der VW-Abgasskandal ans Licht kam.
Kunden und Investoren auf der ganzen Welt, die durch fallende Aktienkurse Geld verloren hatten, reichten im Zuge des VW-Abgasskandals Klagen ein und forderten Schadenersatz. In Deutschland läuft ein Rückruf von rund 2,4 Millionen Diesel-Pkw.
Vom VW-Abgasskandal betroffene Fahrzeuge und Motoren
In Deutschland handelt es sich laut Volkswagen um 1,2-Liter-Diesel, 1,6-Liter-Diesel und 2,0-Liter-TDI-Motoren der Baureihe EA 189, die die Abgasnorm EU5 erfüllen.
Sie kommen in Fahrzeugen aller Marken des Konzerns zum Einsatz – auch Audi, Škoda und Seat – installiert.
Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihr Auto vom VW-Abgasskandal betroffen ist, können Sie dies auf den Websites der Hersteller tun. Bitte geben Sie hier Ihre Fahrzeug-Identifikationsnummer ein.
Dies ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter dem Buchstaben „E“ zu finden.
Wem steht im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal eine Entschädigung zu?
Die Manipulation der Stickstoffwerte blieb nicht ohne Folgen. Sowohl Privatpersonen als auch öffentliche Institutionen haben rechtliche Schritte gegen VW eingeleitet.
Im Juni 2018 verhängte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld in Höhe von einer Milliarde Euro gegen Volkswagen. beschuldigt. Diese Verletzungen sind „mitwirkend“. Von 2007 bis 2015 wurden10,7 Millionen Fahrzeuge mit einer inakzeptablen Softwarefunktion beworben, verkauft und vertrieben.
Zusätzlich zu dieser Strafe wurdenzahlreiche Klagen im Zusammenhang mit dem Volkswagen-Abgasskandal eingeleitet.
Viele Besitzer von VW-Diesel-Pkw haben sich der Musterfeststellungsklage angeschlossen oder den Autohersteller selbst verklagt.
In einem Grundsatzurteil (BGH, Urteil vom 25.05.2020, Aktenzeichen VI ZR 252/19) zum VW-Dieselskandal hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Volkswagen für Fahrzeuge mit EA-Motor 189 Schadensersatz zahlen muss.
Weil der Autohersteller beides bewusst getäuscht hat Verbraucher und das Kraftfahrtbundesamt durch die Einführung einer illegalen Abschalteinrichtung - rein aus Profitgründen. Die Höhe der Entschädigung verringert sich um eine finanzielle Entschädigung für bereits zurückgelegte Kilometer (sog. Nutzungsentschädigung).
Das Verfahren zur Festlegung des Modells ist ebenfalls abgeschlossen. – durch Vergleich.
Dieselfahrer, die sich der Sammelklage angeschlossen haben, erhielten von VW eine Einmalzahlung, wenn sie dem Vergleich zustimmten.
Sind auch Sie vom VW-Dieselskandal betroffen?
Doch wie ist die Rechtslage zum Treibhausgas-Emissionsskandal von VW im Jahr 2021? Lohnen sich Klagen gegen den Autobauer noch, oder sind die Ansprüche geschädigter Dieselfahrer bereits verjährt?
Laut BGH sind die Ansprüche von VW-Kunden, die den Konzern erst 2019 oder später verklagt hatten, verjährt. Sie hätten innerhalb von drei Jahren nach Bekanntwerden des Falles eine Klage einreichen müssen. Eine längere Verjährungsfrist käme nur dann in Betracht, wenn der Betroffene klar darlegen kann, warum er nichts vom Dieselskandal 2015 wusste.
Aber wann gilt das für Sie?
Das fragliche Urteil im VW-Abgasskandal betraf ein Dieselfahrzeug mit EA 189-Motor. Allerdings betraf das BGH-Urteil lediglich einen Anspruch auf Ersatz einer vorsätzlichen immateriellen Schädigung. Diese verjährt in drei Jahren.
Geschädigte VW-Kunden können mitunter auch einen sogenannten Restschadenersatzanspruch geltend machen und vom Schädiger (VW) die Herausgabe dessen verlangen, was sie aufgrund sittenwidriger und vorsätzlicher Schädigung erhalten haben.
Dieser Anspruch verjährt in zehn Jahren.
Wenn Sie Opfer sind, können Sie einen auf den VW-Abgasskandal spezialisierten Anwalt damit beauftragen, zu prüfen, ob die Klage in Ihrem Fall noch Aussicht auf Erfolg hat.
Über den Autor
Jan Frederik Strasmann
Jan Frederik Strasmann ist Absolvent der Universität Bremen.Nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung am Oberlandesgericht Celle erlangte er in Dublin den Titel eines Master of Laws (LL.M.).
Seit 2014 in der Anwaltsliste eingetragen. Als Autor von bussgeldkatalog.org befasst er sich unter anderem mit: Bußgeldeinsprüchen.
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